Die Dartscheibe ist das Zentrum jedes Dartspiels. Je nach Spielsystem kommen klassische Sisal-Dartboards für Steeldarts oder elektronische Dartboards für Softdarts zum Einsatz. Neben Material und Aufbau sind vor allem Maße, Höhe, Wurfdistanz und die Aufteilung der Felder wichtig.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Dartscheibe aufgebaut ist, wie die einzelnen Felder gewertet werden und worin sich verschiedene Dartboard-Typen unterscheiden.
Die Geschichte der Dartscheibe
Die Entstehung des modernen Dartboards lässt sich nicht auf eine einzelne Person zurückführen. Das Dartspiel entwickelte sich über längere Zeit aus verschiedenen Formen von Ziel- und Wurfspielen, insbesondere in Großbritannien.
Frühe Dartboards wurden unter anderem aus Holz hergestellt. Diese mussten regelmäßig gepflegt werden, da die Einschläge der Pfeile dauerhafte Spuren hinterlassen konnten.
Im Laufe des 20. Jahrhunderts setzte sich schließlich die Verwendung von Sisalfasern für hochwertige klassische Dartboards durch. Die Fasern können sich nach einem Pfeileinschlag teilweise wieder schließen, wodurch ein Sisal-Board bei richtiger Pflege über längere Zeit bespielbar bleibt.
Parallel dazu entwickelten sich elektronische Dartboards für Softdarts. Diese bestehen aus Kunststoff und erkennen Treffer über die Öffnungen in den Segmenten. Die erzielten Punkte werden bei vielen Geräten automatisch elektronisch erfasst.
Wie ist eine klassische Dartscheibe aufgebaut?
Ein klassisches Steel-Dartboard besteht im Wesentlichen aus einem runden Sisalkörper, der in 20 nummerierte Segmente unterteilt ist. Die einzelnen Bereiche werden durch die sogenannte Spinne voneinander getrennt.
Bei hochwertigen Dartboards bestehen diese Trennungen aus sehr dünnem Draht beziehungsweise einem entsprechend konstruierten dünnen Metallprofil. Eine schlanke Spinne kann die Wahrscheinlichkeit von Abprallern an den Trennungen reduzieren.
Die Zahlen des Dartboards können ebenfalls unterschiedlich ausgeführt sein. Häufig kommen aufgesetzte Zahlenringe aus Metall zum Einsatz, während bei anderen Boards die Zahlen direkt aufgedruckt sind.
Ein klassisches Turnier-Dartboard hat einen Außendurchmesser von etwa 45,1 cm (17,75 Zoll) und ist in 20 Segmente unterteilt.
Höhe und Abstand der Dartscheibe
Für klassisches Steeldart wird das Dartboard so aufgehängt, dass sich die Mitte des Bullseye 1,73 m über dem Boden befindet. Die waagerechte Entfernung von der Vorderseite des Boards bis zur Wurflinie, der sogenannten Oche, beträgt 2,37 m.
| Maß |
Steeldart |
Softdart |
| Höhe Bullseye |
1,73 m |
je nach Regelwerk bzw. Gerät |
| Wurfdistanz |
2,37 m |
häufig 2,44 m |
| Board |
Sisal / Bristle |
elektronisches Kunststoff-Board |
| Pfeilspitze |
Steel Point |
Soft Tip |
Wichtig: Bei Softdart und elektronischen Dartboards können Maße und Aufstellregeln abhängig vom verwendeten Gerät, Verband oder Spielsystem abweichen. Für eine konkrete Anlage sollten deshalb immer die geltenden Regeln beziehungsweise Herstellerangaben beachtet werden.
Die Wertung auf dem Dartboard
Das klassische Dartboard besteht aus 20 nummerierten Segmenten mit den Werten 1 bis 20. Jedes Segment ist zusätzlich in einfache, doppelte und dreifache Wertungsbereiche unterteilt.
Single
Der große Bereich eines Segments zählt den aufgedruckten Wert. Ein Treffer in der einfachen 20 zählt beispielsweise 20 Punkte.
Double
Der schmale äußere Ring verdoppelt den Wert des jeweiligen Segments. Die Double 20 zählt somit 40 Punkte.
Triple
Der schmale innere Ring verdreifacht den Wert des Segments. Die Triple 20 zählt 60 Punkte.
Bull
Der äußere Bull-Bereich zählt 25 Punkte. Der innere Bull beziehungsweise Bullseye zählt 50 Punkte.
Treffer außerhalb der gewerteten Fläche zählen nicht. Auch ein Dart, der das Board oder einen Draht trifft und anschließend nicht im Board stecken bleibt, wird im normalen Spiel nicht gewertet.
Warum ist die Spinne bei einem Dartboard wichtig?
Die Spinne bezeichnet die Trennungen zwischen den einzelnen Wertungsbereichen. Bei älteren Dartboards können dafür relativ breite Drähte verwendet werden. Moderne hochwertige Boards verfügen häufig über besonders dünne beziehungsweise eng anliegende Drahtkonstruktionen.
Je weniger Fläche die Trennungen einnehmen, desto mehr Zielfläche bleibt für den Spieler. Außerdem können dünne Trennungen dazu beitragen, die Zahl der Abpraller an der Spinne zu reduzieren.
Beim Vergleich von Dartboards lohnt es sich deshalb, neben dem Sisal auch auf die Konstruktion der Spinne und die Befestigung der Zahlen zu achten.
Die maximale Punktzahl: 180
Die höchste Punktzahl, die mit drei Darts in einem einzelnen Durchgang erzielt werden kann, beträgt 180 Punkte. Dafür müssen alle drei Darts die Triple 20 treffen.
Die Triple 20 ist deshalb ein besonders bekanntes Zielfeld im Dartsport und spielt vor allem bei Spielen wie 501 eine wichtige Rolle.
Welche Arten von Dartboards gibt es?
Neben dem klassischen Turnier-Dartboard gibt es verschiedene Bauarten und spezielle Varianten.
| Dartboard-Typ |
Typische Verwendung |
Besonderheiten |
| Bristle Dartboard |
Steeldart |
Sisalfasern, Steel Points, klassische Segmentaufteilung |
| Elektronisches Dartboard |
Softdart / E-Dart |
Kunststoffsegmente, Lochfelder und automatische Punkteerfassung |
| American Dartboard |
Bestimmte amerikanische Spielvarianten |
Abweichende Segment- und Bull-Aufteilung |
| Quadro Board |
Spezielle Spielvarianten |
Zusätzlicher Vierfach-Ring |
| Trainingsboard |
Training |
Abweichende Double- und Triple-Bereiche oder spezielle Zielflächen je nach Modell |
Bristle-Dartboard oder elektronisches Dartboard?
Bristle-Dartboard für Steeldarts
Das klassische Sisal-Board wird mit Darts mit Metallspitze gespielt. Es entspricht dem traditionellen Aufbau des Steeldarts und eignet sich für Training und Wettkampf.
Bristle-Dartboards ansehen
Elektronisches Dartboard für Softdarts
Elektronische Boards bestehen aus Kunststoff und werden mit Darts mit Kunststoffspitzen gespielt. Treffer werden über die Segmentöffnungen erkannt und bei vielen Geräten automatisch gezählt.
Elektronische Dartgeräte ansehen
Worauf sollte man beim Kauf eines Dartboards achten?
- Spielsystem: Entscheiden Sie zuerst, ob Sie Steeldarts oder Softdarts spielen möchten.
- Material: Bei klassischen Boards ist hochwertiges Sisal ein wichtiger Bestandteil.
- Spinne: Eine möglichst schlanke Konstruktion kann die Zielfläche vergrößern und Abpraller reduzieren.
- Verarbeitung: Achten Sie auf eine gleichmäßige Oberfläche und eine saubere Verarbeitung der Segmente.
- Zahlenring: Ein abnehmbarer Zahlenring kann das Drehen des Boards erleichtern und damit eine gleichmäßigere Nutzung ermöglichen.
- Montage: Eine stabile Befestigung ist wichtig, damit das Board sicher hängt und sich beim Spielen nicht unnötig bewegt.
- Beleuchtung: Eine gleichmäßige, möglichst schattenarme Beleuchtung verbessert die Sicht auf das gesamte Board.
Die richtige Dartscheibe bildet die Grundlage für gutes Training und dauerhaftes Spielvergnügen. Für Steeldarts sind hochwertige Sisal-Boards die klassische Wahl, während Softdartspieler elektronische Dartboards verwenden. Entscheidend sind dabei das Spielsystem, die Verarbeitung und die Ausstattung des jeweiligen Boards.