Der Wolfram-Anteil (Tungsten-Anteil) gibt an, wie viel Prozent des Materials
eines Dart-Barrels aus Wolfram besteht.
Der verbleibende Anteil besteht aus weiteren Metallen, die für die jeweilige Legierung benötigt werden.
Je höher der Wolfram-Anteil, desto höher ist in der Regel die Dichte des Materials.
Dadurch kann ein Barrel bei gleichem Gewicht kompakter und schlanker gebaut werden.
Was ist Wolfram (Tungsten)?
Wolfram, chemisches Symbol W und im Englischen Tungsten genannt,
ist ein besonders dichtes Metall. Seine Dichte liegt bei rund 19,3 g/cm³ und damit deutlich
höher als beispielsweise bei Messing oder Stahl.
Reines Wolfram ist für die direkte Herstellung eines Dart-Barrels jedoch nicht ideal.
Deshalb werden für Darts Wolfram-Legierungen verwendet. Der hohe Wolfram-Anteil ermöglicht
es, das gewünschte Dartgewicht in einem vergleichsweise kleinen Volumen unterzubringen.
Was bedeuten 70 %, 80 %, 90 % und 95 % Tungsten?
70 % Tungsten
Ein vergleichsweise niedriger Wolfram-Anteil. Solche Barrels können bei gleichem
Gewicht etwas voluminöser ausfallen und sind häufig preislich günstiger.
80 % Tungsten
Eine beliebte Option für Einsteiger und Freizeitspieler. Der Barrel kann bereits
deutlich kompakter ausfallen als bei Messing, ohne dass der Preis eines sehr
hochprozentigen Tungsten-Barrels erreicht wird.
90 % Tungsten
Eine sehr verbreitete Wahl bei hochwertigen Darts. Der hohe Wolfram-Anteil ermöglicht
schlanke Barrels und bietet einen guten Kompromiss zwischen Kompaktheit, Verarbeitung
und Preis.
95 % und mehr
Sehr hohe Wolfram-Anteile ermöglichen besonders kompakte Barrels. Der zusätzliche
Gewinn gegenüber 90 % wird allerdings zunehmend kleiner und geht häufig mit einem
höheren Preis einher.
Wolfram-Anteil und Barrel-Durchmesser
Je höher die Materialdichte, desto weniger Volumen wird benötigt, um ein bestimmtes Gewicht
zu erreichen. Deshalb kann ein Dart mit höherem Tungsten-Anteil bei gleichem Gewicht schlanker
gebaut werden.
| Wolfram-Anteil |
Ungefähre Dichte |
Typischer Einfluss auf die Barrel-Größe |
| 80 % |
ca. 15–16 g/cm³ |
Etwas voluminöser |
| 90 % |
ca. 17 g/cm³ |
Schlanker und kompakter |
| 95 % |
ca. 18 g/cm³ |
Noch etwas kompakter |
| 97 % |
ca. 18–18,5 g/cm³ |
Sehr hohe Materialdichte |
Wichtig:
Der tatsächliche Barrel-Durchmesser hängt nicht nur vom Tungsten-Anteil ab.
Auch Gewicht, Länge, Form und Konstruktion des Barrels beeinflussen die Abmessungen.
Die Tabelle dient deshalb nur als grobe Orientierung.
Warum ermöglicht Wolfram schlanke Barrels?
Wolfram ist wesentlich dichter als beispielsweise Messing. Dadurch kann ein 23- oder
24-g-Dart mit einem hohen Tungsten-Anteil deutlich kompakter gebaut werden als ein
vergleichbarer Dart aus einem weniger dichten Material.
Das kann beim Gruppieren mehrerer Darts hilfreich sein: Ein schlanker Barrel benötigt
weniger Platz auf dem Board und lässt mehr Raum für nachfolgende Würfe.
Gerade beim gezielten Training auf kleine Zielfelder kann eine kompakte Bauform daher
ein Vorteil sein. Sie macht einen Dart jedoch nicht automatisch präziser – Technik,
Balance, Gewicht und Wurfstil bleiben entscheidend.
Barrel-Durchmesser, Gewicht und Grip
-
Durchmesser:
Ein höherer Wolfram-Anteil ermöglicht bei gleichem Gewicht grundsätzlich einen
schlankeren Barrel.
-
Gewicht:
Der Tungsten-Anteil bestimmt nicht das gewünschte Gesamtgewicht. Ein 24-g-Dart
kann beispielsweise mit 80 %, 90 % oder 95 % Tungsten hergestellt werden.
Der Unterschied liegt vor allem in der benötigten Materialmenge und damit in der Bauform.
-
Grip:
Der Grip entsteht vor allem durch die Form und Bearbeitung des Barrels – beispielsweise
durch Ringe, Knurling, Scallops oder andere Fräsungen. Ein höherer Tungsten-Anteil
bedeutet deshalb nicht automatisch mehr Grip.
-
Fingerauflage:
Ein sehr schlanker Barrel bietet weniger Oberfläche für die Finger. Das kann sich
je nach Grifftechnik und Handgröße unterschiedlich anfühlen.
Warum bedeutet mehr Tungsten nicht automatisch bessere Darts?
Ein höherer Wolfram-Anteil hat vor allem einen klaren konstruktiven Vorteil:
Der Barrel kann bei gleichem Gewicht schlanker werden. Das bedeutet aber nicht,
dass jeder Spieler mit 95 % Tungsten besser spielt als mit 80 % oder 90 %.
-
Der zusätzliche Dichtegewinn wird mit steigendem Wolfram-Anteil kleiner.
-
Höhere Tungsten-Anteile sind häufig mit höheren Produktionskosten und Preisen verbunden.
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Die Eigenschaften des gesamten Barrels hängen auch von der verwendeten Legierung
und der Verarbeitung ab.
-
Form, Länge, Balance und Grip können für das persönliche Spielgefühl wichtiger sein
als die letzten Prozentpunkte Tungsten.
-
Auch ein hochwertiger 80- oder 90-%-Barrel kann hervorragend zum eigenen Wurfstil passen.
Praxis-Tipp:
Wenn du von Messing auf Tungsten-Darts wechselst, ist der Unterschied in der Bauform
meist deutlich spürbarer als zwischen 90 % und 95 % Tungsten. Für viele Spieler ist
90 % deshalb ein sinnvoller Ausgangspunkt – wichtiger ist aber, dass Gewicht, Form und
Grip zu dir passen.
Welcher Tungsten-Anteil passt zu dir?
Du möchtest günstig einsteigen
80 % Tungsten bietet bereits die Vorteile einer deutlich höheren Materialdichte
gegenüber Messing und ist für viele Einsteiger vollkommen ausreichend.
Du suchst einen schlanken Allround-Barrel
90 % Tungsten ist eine verbreitete Wahl, wenn ein kompakter Barrel mit
gutem Verhältnis aus Bauform und Preis gefragt ist.
Du möchtest maximale Kompaktheit
95 % oder mehr kann interessant sein, wenn du einen besonders schlanken
Barrel bevorzugst und der höhere Preis keine entscheidende Rolle spielt.
Du bist unsicher
Konzentriere dich zuerst auf Gewicht, Länge, Form und Grip. Der Tungsten-Anteil
ist wichtig für die Bauform, aber nicht das einzige Kriterium für einen passenden Dart.
Der Wolfram-Anteil bestimmt vor allem, wie kompakt ein Dart-Barrel bei einem bestimmten
Gewicht gebaut werden kann. Mehr Tungsten ermöglicht einen schlankeren Barrel, macht einen
Dart aber nicht automatisch besser. Für die Wahl des passenden Darts sind Gewicht, Form,
Balance und Grip mindestens genauso wichtig.